170 Jahre Bahnverbindung Berlin – Stettin: Die Stationen der Bahnlinie Berlin-Stettin in der Nummernstempelzeit - Preussensammler

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170 Jahre Bahnverbindung Berlin – Stettin: Die Stationen der Bahnlinie Berlin-Stettin in der Nummernstempelzeit

Postgeschichte > Bahnpost

Die Bahnlinie Berlin-Stettin der 1835 gegründeten privaten Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft wurde am 16.August 1843 eröffnet, nachdem Teilstrecken dieser Bahnlinie (Berlin-Neustadt Eberswalde 1.August 1842, Neustadt Eberswalde-Angermünde 15.November 1842) bereits vorher in Betrieb genommen worden sind. Am 15.November 1850 wurden gleichzeitig mit der Einführung der Briefmarken in Preußen Nummernstempel zur Entwertung der Freimarken eingeführt. An dieser Stelle sollen Einzelmarken und Belege der Bahnstationen der Bahnlinie Berlin-Stettin vorgestellt werden. Die angegebenen Daten beziehen sich auf das Eröffnungsdatum der Bahnstation. Die Bilder der Bahnhöfe entstammen einer Lithographie aus dem Jahre 1845.





Berlin Stettiner Bahnhof (ab dem 1.August 1842)

Die Postanstalt am Stettiner Bahnhof in Berlin war zu einen der Sitz des Spedition-Amtes der Eisenbahn-Spedition Nr. 3. Als solches wurde hier der Nummernstempel 106 als Entwertungsstempel und bis zum Januar 1851 wurde der seit 1845 vorhandene Zweikreistempel BERLIN STETTIN. BAHNH: EXP. als Aufgabestempel eingesetzt. Es sind nur wenige frankierte Belege mit diesem Stempel bekannt. Anschließend wurde ein dreizeiliger Rahmenstempel BERLIN STETTINER BAHNH: als Aufgabestempel verwendet.





Außerdem war die Postanstalt am Stettiner Bahnhof auch ab 1851 die Stadtpost-Expedition Nr. IV im System der Berliner Postanstalten. Allerdings sind aus der Nummernstempelzeit keine Belege mit dem Nummernstempel 103 und dem entsprechenden Stadtpost-Expeditions-Stempel als Aufgabestempel bekannt.


Brief aus Berlin (Stettiner Bahnhhof) nach Liepe bei Oderberg vom 14.Januar 1851, frankiert
mit einem Silbergroschen mit dem Zweikreisstempel BERLIN-STETTIN.BAHNH EXP. No. 3


Der Nummernstempel 106 wurde ebenfalls verwendet:

  • am Hamburger Bahnhof in Berlin (mit einem dreizeiligen Rahmenstempel BERLIN HAMBURGER BAHNH: als Aufgabestempel)

  • am Hamburger bzw. am Stettiner Speditions-Büro des Postspeditons-Amtes Nr.3 (mit den entsprechenden Aufgabestempeln)

  • in den Postwagen, die auf den Bahnlinien des Postspeditions-Amtes Nr.3 eingesetzt waren (der Aufgabeort wurde dann handschriftlich eingetragen).

Aufgrund der Vielzahl von Verwendungen des Nummernstempel erstaunt es, dass es nur insgesamt 4 Typen des Nummernstempels 106 gibt.


Brief aus Berlin (Stettiner Bahnhof) nach Marienwerder vom 6.Oktober 1857, frankiert mit
3 Silbergroschen, befördert auf dem Bahnweg über Stettin und Bromberg nach Marienwerder


Bernau (ab dem 1.August 1842)


Bernau besaß seit 1689 eine Postanstalt. Die Postanstalt in Bernau verwendete ab 1850 den Nummernstempel 109 und einen aus der Zeit vor der Einführung der Freimarken stammenden zweizeiligen Langstempel als Aufgabestempel. Ab 1853 wurde dann ein zweizeiliger Rahmenstempel BERNAU als Aufgabestempel abgeschlagen. Vom Nummernstempel 109 existiert nur eine Type. Die Bernauer Bürger setzten sich sehr für einen Bahnanschluss ihrer Stadt ein, da Bernau bis dahin vom Postkutschenverkehr abgeschnitten war, da die wichtigen Chausseen entweder über Werneuchen oder über Basdorf führten. Die Postverbindung von Bernau fuhr einmal täglich direkt zum Hofpostamt in Berlin.




Brief aus Bernau nach Potsdam vom 9.Dezember 1853, frankiert mit einer 1-Silbergroschen-Marke der 1.Ausgabe


Biesenthal (ab dem 16.August 1843)

Die Postanstalt in Biesenthal als Postexpedition des Hofpostamtes in Berlin wurde erst im Jahre 1837 eingerichtet. In Biesenthal wurde zunächst der Nummernstempel 126 verwendet. Ab dem 1.Oktober 1857 kam dann an der neu eingerichteten Bahnpost-Expedition der Nummernstempel 1949 zum Einsatz.
Die Zwischenstation Biesenthal war in der ursprünglichen Planung der Berlin-Stettiner Bahnlinie nicht enthalten. Allerdings wurde bereits zur Zeitpunkt der Fertigstellung der gesamten Strecke ein Bahnhof in der Nähe von Biesenthal errichtet. Im Gegensatz zu den Bernauer Bürgern, die sich besonders für die Anlage des Bahnhofs innerhalb der Stadt einsetzten, waren die Biesenthaler davon überzeugt, dass eine direkte Verbindung der Stadt Biesenthal mit Berlin der Wirtschaft der Stadt schaden würde, weil die Biesenthaler Bürger dann mehr Geld in Berlin ausgeben würden.

Einzelmarken mit den Nummernstempel 126 (Biesenthal) und 1949 (Biesenthal-Bahnhof)


Neustadt-Eberswalde (ab dem 1.August 1842)


In Neustadt-Eberswalde existierte neben dem seit 1689 bestehenden Postamt auch ein Eisenbahn-Postamt. Letztere bestand seit 1842. Beide Postanstalten verwendeten den Nummernstempel 1028 mit 2 bekannten Typen. Als Aufgabestempel der Bahnpost-Expedition wurde ein dreizeiliger Langstempel E.P. NEUST.EBERSWALDE aus der Vorbriefmarken-Zeit verwendet. Später dann kam ein drei-zeiliger Rahmenstempel zum Einsatz.






Brief aus Eberswalde nach Stettin vom 13. März 1851, frankiert mit 2 Silbergroschen
und dem dreizeiligen Langstempel E.P. NEUST.EBERSWALDE No. 1.


Angermünde (ab dem 15.November 1842)

Auch in Angermünde gab es zwei Postanstalten, deren älteste bereits seit 1689 bestand. Daher finden sich auch hier zwei Typen des Nummernstempels 34. Als Ausgabestempel der Bahnpost-Expedition (eingerichtet 1845) wurde in der Nummernstempel-Zeit ein Zweikreisstempel ANGERMÜNDE BAHNH: verwendet.

Wie aus den Fahrplänen der Berlin-Stettiner Bahnlinie hervorgeht, trafen sich die jeweils aus Berlin bzw. Stettin abgehenden Züge in Angermünde und warteten wegen der noch eingleisigen Strecke bei Bedarf auf den Gegenzug.



Express-Brief aus Angermünde nach Berlin vom 30.November 1853, frankiert mit insgesamt
3½ Silbergroschen, rückseitig der dreizeilige Kursstempel STETTIN-BERLIN


Passow (ab dem 16.August 1843)


Die Postanstalt in Passow war gleichzeitig Bahnpost-Expedition und ist 1843 eingerichtet worden. Es wurde ab 1850 der Nummernstempel 1125 verwendet. Als Ausgabestempel wurde zunächst der aus der Vorbriefmarken-Zeit stammende Zweikreistempel PASSOW, später dann ein zweizeiliger Rahmenstempel PASSOW abgeschlagen.







Brief aus Passow nach Pargow bei Tantow vom 22.Juli 1851, freigemacht mit einem Silbergroschen


Tantow (ab dem 16.August 1843)

In der Bahnpost-Expedition von Tantow, die 1843 eingerichtet wurde, ist der Nummernstempel 1479 verwendet worden. Als Aufgabestempel wurde zunächst der aus der Vorbriefmarken-Zeit stammende Zweikreisstempel TANTOW, später dann ein zweizeiliger Rahmenstempel abgeschlagen.






Brief aus Tantow nach Greifenhagen, frankiert mit einem Silbergroschen. Der auf der Rückseite befindliche
OSTBAHN-Stempel zeigt die Beförderung des Brief nach Stettin mit der Bahn an.


Stettin (ab dem 16.August 1843)


Stettin besaß mindestens 2 Postanstalten, deren ältestes seit 1682 bestand. Es sind insgesamt 3 Typen des Nummernstempels 1439 nachweisbar. Eine der Postanstalten war eine Bahnpost-Expedition (seit 1843). Hier wurde als Ausgabestempel ein dreizeiliger Rahmenstempel STETTIN BAHNHOF verwendet. Von diesem gibt es mehrere Typen. 
Daneben gab es in Stettin auch ein Post-Speditionsbüro (oder Comptoir) des Post-Speditionsamtes Nr. 3. Dieses verwendete zur Entwertung der Freimarken den Nummernstempel 106 und als Aufgabestempel einen dreizeiligen Rahmenstempel SPED.COMPTOIR No.3 STETTIN.


Brief aus Stettin nach Warburg in Westfalen vom 10.Dezember 1853, frankiert mit 3 Silbergroschen.
Die rückseitigen Kursstempel zeigen den Transport mit der Eisenbahn über Berlin an.


Ganzsache mit Zusatzfrankatur aus Stettin nach Breslau vom 7.April 1854, frankiert mit 3 Silbergroschen für eine
Entfernung über 20 Meilen und entwertet mit dem Nummernstempel 106 des Bahnpostspeditons-Amtes Nr. 3


Literatur:

  • www.bahnstrecken.de

  • Werner Münzberg, Preußen Postanstalten-Stempel 1817-1867

  • eter Feuser, Werner Münzberg, Deutsche Vorphilatelie (Stationskatalog)

  • Karlfried Krauß, Die preußischen Nummernstempel


 
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