Ergänzungen zum Thema „Insinuations-Dokumente - ein interessantes Gebiet der Preußen-Philatelie - Preussensammler

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Ergänzungen zum Thema „Insinuations-Dokumente - ein interessantes Gebiet der Preußen-Philatelie

Postgeschichte

Im Aufsatz „Insinuations-Dokumente - ein interessantes Gebiet der Preußen-Philatelie" von Siegfried Bulang im Heft 126 der Preußen-Studien wurde unter Abbildung 11 ein Insinuations-Dokument vorgestellt, dessen Frankatur mit zwei 2-Silbergroschen-Marken der 1.Kopfserie der Verfügung vom 20.Dezember 1850 nicht entspricht. Nach dieser hätte die Insinuations-Gebühr mit einer 3-Silbergroschen-Freimarke neben einer 1-Silbergroschen-Freimarke für das Franco freigemacht werden müssen. Der Autor hat aber zu dem dargestellten Dokument darauf hingewiesen, dass es sich um eine sehr frühe Verwendung von Freimarken für Insinuations-Dokumente handelt, nämlich vom 16.November 1850. Zu diesem Zeitpunkt galt aber  die „Instruction wegen Einführung von Marken zum Frankiren der Briefe" vom 30.Oktober 1850, nach der zwar Regelungen für die zu verwendenden Freimarken für das Bestellgeld und Einschreiben (letztere werden auch in der Verfügung vom 20.Dezember erwähnt) aufgeführt sind, nicht aber für Insinuations-Dokumente. Gerade auf Grund der Instruktion war es aber gestattet, dass für die Frankierung auch Marken verwendet werden konnten, die nicht exakt dem benötigten Wert entsprechen. In Abb. 1 findet sich ein Beleg vom 26.März 1851 mit zwei 2-Silbergroschen-Marken, dessen Frankatur nicht der Regelung gemäß der Verfügung vom 20.Dezember 1850 entspricht.



Abb. 1:   Insinuations-Dokument aus Velen nach Borken vom 26.März 1851, frankiert mit zwei 2-Silber-
groschen-Freimarken der 1.Kopfserie, entwertet mit dem Nummernstempel 1543 von Velen


Die erwähnte Frankatur mit zwei 2-Silbergroschen-Marken (anstelle der vorgeschriebenen) ist dennoch relativ selten. Ebenso selten ist eine Rückbeförderung des Insinuations-Dokuments über eine Entfernung von mehr als 10 Meilen mit einer Frankatur von insgesamt 5 Silbergroschen (2 Silbergroschen für das Franco und 3 Silbergroschen für die Insinuation). Abb. 2 zeigt einen solchen Beleg.



Abb.2: Insinuations-Dokument aus Vandsburg nach Posen vom 23.Juli 1851, frankiert mit je einer 2- und 3-Silbergroschen-
Freimarke der 1.Kopfserie, entwertet mit dem Nummernstempel 1541 von Vandsburg (Entfernung 15 Meilen)


Eine weitere spezielle Frankatur von Insinuations-Dokumenten stellt die Insinuation und gleichzeitige Rücksendung von mehreren Dokumenten dar. Ein Beleg für eine Insinuation und Rücksendung von zwei Dokumenten ist in Abb. 3 dargestellt.



Abb. 3: Insinuations-Brief aus Elbing nach Danzig vom 2.Oktober 1853, frankiert mit einer 2-Silbergroschen- und einem Paar
der 3-Silbergroschen-Freimarke der der 1.Kopfserie, entwertet mit dem Nummernstempel 374 (Type I) aus Elbing


Interessant ist vielleicht noch folgender Aspekt über die Häufigkeit von Insinuations-Dokumenten. Basis ist die Aufstellung über den preußischen Postverkehr für das 3.Quartal 1856 (entnommen dem Amtsblatt 34 aus dem Jahr 1856). So wurden in diesem Quartal 13.870.870 gewöhnliche frankierte Briefe befördert, aber nur 25.168 frankierte Insinuations-Dokumente. Bei diesem Verhältnis von 1 : 500 sollten Insinuations-Dokumente im Vergleich zu normalen Briefen eigentlich sehr selten sein. Diese Dokumente wurden in Gerichtsakten und anderen Archiven aufbewahrt. Sie kamen erst nach Jahrzehnten auf den Markt, als man schon begann, vollständige Belege aus der Preußen-Zeit zu sammeln. 


Literatur: Amts-Blätter der preußischen Postverwaltung



 
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